Rossio

Rossio

Praça Dom Pedro Iv, Lisbon, Portugal. (Karte öffnen)

Beschreibung

Der Rossio ist der Platz im Zentrum von Lissabons Baixa, den alle als Treffpunkt benutzen: ein weites Oval aus schwarz-weiß gewelltem Pflaster, zwei Bronzebrunnen, eine hohe Säule und ein klassizistisches Theater, ringsum Cafés und Ginjinha-Bars.

Sein offizieller Name ist Praça D. Pedro IV., aber den benutzt niemand. Rossio bedeutet schlicht „Gemeindeland“, und seit acht Jahrhunderten versammelt sich Lissabon hier, zu Märkten, Stierkämpfen, Karnevalen, Aufständen und, in dunkleren Zeiten, zu den Autodafés der Inquisition.

Das gewellte Pflaster von 1848 ist das Erste, was auffällt: ein Meer aus kleinen Steinen, das den ganzen Platz in Bewegung erscheinen lässt. In der Mitte steht die Säule Pedros IV., des Königs von Portugal und ersten Kaisers von Brasilien, 1874 errichtet, mit je einem französischen Bronzebrunnen an den Seiten.

An der Nordseite wird das Nationaltheater D. Maria II, in den 1840er-Jahren an der Stelle des Inquisitionspalasts erbaut, von einer Statue des Dramatikers Gil Vicente gekrönt, den die Inquisition zensiert hatte.

Die neomanuelinische Fassade des Bahnhofs Rossio entstand 1886/87 und hat Hufeisenbögen, die zu einem Palast passen würden. Am Rand schenken das Café Nicola aus dem 18. Jahrhundert und die Ginjinha-Bars den Sauerkirschlikör in kleinen Gläsern aus.

Im Mittelalter war dies offenes Land unterhalb des Burghügels, auf dem mit Pferden gehandelt wurde. An der Nordseite stand der Estaus-Palast für Adlige und Gesandte, dann zog die Inquisition ein, und 1540 fanden hier die ersten öffentlichen Hinrichtungen statt.

Das Erdbeben von 1755 fegte alles weg, auch das Königliche Allerheiligenhospital an der Ostseite. Der Platz, der danach entstand, ist pombalinisch wie die ganze Baixa, mit gleichförmigen Fassaden und geraden Straßen hinunter zum Fluss.

Der Platz ist auch das Wohnzimmer der Stadt, ein beliebter Treffpunkt für Lissabonner und Besucher, und die Cafés machen es leicht, sich zu setzen und den Menschen beim Vorbeiziehen zuzusehen.

1836 zerstörte ein Brand den alten Inquisitionspalast und machte den Weg für das Theater frei. Das heutige Gesicht des Platzes mit seinen pombalinischen Gebäuden und dem welligen Boden ist das Werk des 18. und 19. Jahrhunderts.

Nicht verpassen
• Das gewellte Pflaster.
• Die Säule und die Brunnen.
• Das Nationaltheater.
• Der Bahnhof Rossio.
• Das Café Nicola und ein Glas Ginjinha.

Schon gewusst?
• Eine Legende besagt, die Statue auf der Säule sei für Kaiser Maximilian von Mexiko angefertigt worden, der erschossen wurde, bevor sie fertig war. Historiker haben das widerlegt: Auf ihren Knöpfen prangt das Wappen Portugals.
• Die Lissabonner tauften das erste, plumpe Denkmal für Pedro IV. „das Salzfass“.
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